Zusammenfassung
Links, die direkt auf bestimmte Inhaltsseiten einer Website führen,
sind benutzerfreundlicher. Im
Gegensatz zu generellen Links führen sie den Benutzer nämlich
direkt auf das von ihm angesteuerte Ziel. Webseiten sollten deshalb
zum so genannten „Deep Linking“ einladen und dabei, um den
Anwender zu unterstützen, drei Richtlinien berücksichtigen.
Einige Internet Marketing Manager jedoch wehren sich gegen solche
direkten Verknüpfungen auf Unterseiten ihrer Webseite. Ich schliesse
dies daraus, weil Webseiten-Inhaber tatsächlich bei den Kundendiensten von
Suchmaschinen anrufen und sich darüber beschweren, dass es Benutzer wagen,
die für sie interessantesten Seiten direkt aufzurufen.
Solche Anrufer hätten wohl lieber Suchmaschinen, welche die Benutzer
nur auf die Homepages nicht aber auf direkte Inhaltsseiten verweisen.
„Ticketmaster“ hat sogar eine Klage eingereicht, um andere Webseiten
davon abzuhalten, Benutzer direkt auf Inhaltsseiten weiterzuleiten,
wo sie Tickets für bestimmte Shows kaufen können. Solche Fälle sind jedoch die
Ausnahme; die meisten Webseiten sind für solche direkten Links
dankbar und zahlen gerne für so genannte
Affiliate Programs,
die andere Webseiten dazu einladen, zielgerichtet Benutzer auf sie zu lenken.
Diese Webseiten haben verstanden, was unsere Untersuchung
zur E-Commerce -Benutzerfreundlichkeit aufzeigte: Die Schwierigkeit, von der Homepage aus die richtige
Produktseite zu finden, macht 27% aller Fehler aus
(errechneter Durchschnitt von 20 Webseiten). Im Schnitt können die
Verkäufe einer E-Commerce-Webseite durch eine erhöhte Usability
verdoppelt werden. Durch das Unterbinden von „Deep Linking“
ginge also etwa ein Viertel der potentiellen Verkäufe derjenigen
Besucher verloren, die die Seite über Suchmaschinen erreichen.
Dabei sind genau diese Anwender die interessantesten, da sie sich zielgerichtet für Ihre Produkte
interessieren. Kunden also, die sich niemand gerne entgehen lassen möchte.
„Deep Linking“ erhöht die Usability, da es die Bedürfnisse der
Benutzer mit grösserer Treffsicherheit erfüllt. Spezifische
Links, die Benutzer zu einzelnen Artikeln oder Produkten führen,
sind wesentlich nützlicher als generelle Links wie etwa
Links zur Homepage eines Unternehmens.
Jetzt, wo uns endlich Web-umspannende Suchmaschinen zur Verfügung stehen, werden Benutzer
diese spezifischen Links sicherlich wesentlich häufiger nutzen, als
von der Homepage eines Unternehmens aus zu starten.
Unterstützung der Anwender direkter Links
Eine Website ist wie ein Gebäude mit Millionen Eingängen: Der
Haupteingang ist lediglich einer von vielen Wegen, das Haus zu
betreten. Eine gute Website muss auch Besuchern entgegenkommen, die sich auf
alternativen Wegen befinden.
Dazu drei Richtlinien zur grösseren Anwenderfreundlichkeit für Benutzer, die ihre Webseite über eine
spezifische Inhaltsseite betreten:
-
Geben Sie dem Benutzer an, wo er sich auf Ihrer Seite befindet und wie er zu anderen Bereichen Ihrer Webseite navigieren kann,
wobei Sie folgende drei Designelemente in jede einzelne Seite aufnehmen sollten:
-
Firmenname oder –logo in der linken oberen Ecke
- Direkter Link zur Homepage (mit nur einem Klick)
- Suchfunktion (möglichst in der rechten oberen Ecke)
- Geben Sie dem Benutzer eine Orientierungshilfe für den Rest Ihrer
Website. Ist die Informationsstruktur Ihrer Webseite hierarchisch aufgebaut, empfiehlt sich ein Anzeigen des Pfades.
Bieten Sie auch Links zu anderen Inhalten an, die für die gegenwärtige
Position relevant sind. Überfordern Sie den Benutzer nicht
mit Links zu allen Bereichen oder zu Seiten, die mit seiner gegenwärtigen
Position nicht in Beziehung stehen.
-
Gehen Sie nicht davon aus, dass der Benutzer die gegenwärtige Seite über
einen Drill-Down-Pfad erreicht hat. Es könnte durchaus sein, dass ihm die auf den höhergelegenen Seiten
enthaltenen Informationen nicht bekannt sind.
Ein Beispiel für den dritten Punkt: Ich habe vor kurzem auf der Website eines Computerhändlers
einen Flachbildmonitor gesucht. Nachdem ich in einer Zeitschrift
eine positive Bewertung dieses Monitormodells gesehen hatte, suchte
ich bei Google danach und gelangte zu besagter Webseite. Dort
angekommen, konnte ich keinen Link zu den Leistungsmerkmalen des
Monitors finden. Schliesslich klickte ich auf dem angezeigten
Pfad die Kategorieseite mit allen Monitoren an. Dort fand ich das
Datenblatt in Form einer lästigen
PDF-Datei, welche die Leistungsmerkmale aller Monitore im ganzen
Prospekt verteilt enthielt. Dies war schon ärgerlich
genug, ganz abgesehen davon, dass ein derart wichtiges
Verkaufsinstrument lediglich auf der Kategorieseite und nicht auf
den Produktseiten zu finden war.
Wann sind „Deep Links“ zu vermeiden?
In einigen Fällen können sich “Deep Links” als kontraproduktiv erweisen, da bestimmte Seiten
erst dann genutzt werden sollten oder können, wenn der Benutzer
vorher höhergelegene Seiten der Webseite besucht hat.
Hier ein Beispiel aus meiner
eigenen Webseite: Dort gibt es eine Aufgabe, in der die Leser meiner
Homepage-Richtlinien darum gebeten werden, die Verbesserungen der kürzlich umgestalteten BBC- Homepage
zu beurteilen.
Die Aufgabe besteht aus zwei Seiten:
- einer Anfangsseite, die das Problem
darlegt
- einer Folgeseite mit der Lösung
Werden diese beiden Seiten nicht genau in der richtigen Reihenfolge betrachtet, ist die gesamte Aufgabe sinnlos. Man kann ein Design nicht unbedarft betrachten, wenn
man schon im Voraus weiss, wo die Probleme der
Benutzerfreundlichkeit liegen. Jemand, der die Lösungsseite über einen
"Deep Link" erreicht, könnte von
dieser Aufgabe also nicht profitieren.
Es ist nicht schwer, Suchmaschinen davon abzuhalten, einen direkten Link auf eine bestimmte
Unterseite zu legen.
Es genügt, folgenden Meta-Tag-Code in den Kopfbereich
der Seite aufzunehmen:
<meta name="robots" content="noindex">
Suchmaschinen, die wissen was sich gehört, werden
diese Seite nicht in ihre Datenbanken aufnehmen. "Deep Links", die nicht von Suchseiten oder die von fehlgeleiteten Suchmaschinen gelegt werden,
können zwar unterbunden werden, indem man eine ausgeklügelte
serverseitige Programmierung durchführt, die prüft, ob sich der
Benutzer vor dem Besuch der heiklen Seite auf der entsprechenden höhergelegenen
Seite befand.
Ich empfehle dies jedoch nicht, da hierbei leicht Fehler unterlaufen können,
wodurch berechtigten Benutzern der Zugang verwehrt wird. Ist die Website eines Dritten so dumm,
einen Link zu einem sinnlosen Ziel zu legen, ist sie
vermutlich so schlecht, dass sie ohnedies nur wenig Verkehr anzieht.
“Deep Links” sind Ihre Freunde.
Sie sorgen dafür, dass Benutzer ihr angestrebtes Ziel schnellstmöglich
erreichen. Aus diesem Grund sollten Sie nur den „noindex“
Meta-Tag für solche Seiten verwenden, die Benutzer nicht als erstes
sehen sollen.
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