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Zusammenfassung Entwicklungsprojekte sollten
10% ihres Budgets für Usability-Aktivitäten aufwenden.
Nach einem Redesign, das sich an Usability orientiert,
steigern Websites ihre Usability um durchschnittlich 135%,
Intranets ein bisschen weniger.
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Benutzerfreundlichkeit kommt nicht von Wunschdenken. Sie
kommt von systematisch, während des gesamten
Projekt-Lifecycles durchgeführten Usability-Engineering
Aktivitäten. Das ist richtige Arbeit, die richtiges Geld
kostet, obwohl natürlich nicht soviel, wie einige Leute
befürchten.
Sie können einfache Formen von Anwendertests bereits in
wenigen Tagen durchführen und so sowohl Einblicke in das
Benutzerverhalten als auch Empfehlungen für Verbesserungen
des Designs gewinnen. Bevor die meisten Leute jedoch einem
Usability-Lifecycle Ansatz zustimmen, möchten sie wissen, was
das kosten wird und welchen Gegenwert sie dafür erhalten.
Usability-Kosten
Um die gesamten Kosten für die Usability zu bestimmen (im
Gegensatz zu einem einzelnen Test) haben wir Daten von 863
Design Projekten gesammelt, die allesamt
Usability-Aktivitäten beinhalten. Je nach Schätzung beliefen
sich die Kosten für Usability-Massnahmen auf zwischen 8% und
13% des gesamten Projektbudgets. Aufgrund dieser Zahlen und
basierend auf Resultaten anderer Recherchen schliessen wir,
dass aktuelle "Best Practices" der Usability
ungefähr 10% der gesamten Projektkosten widmen.
Unsere komplette Recherche der Daten umfasst ein etwas komplizierteres
mathematisches Modell, welches die Projektgrösse in den
Zusammenhang mit den empfohlenen Ausgaben für Usability
stellt. Es zeigt im Prinzip, dass die Kosten für die
Usability nicht linear zur Projektgrösse zunehmen, weil die
meisten Usability-Aktivitäten in etwa gleich viel kosten,
unabhängig davon, wie gross das Projekt ist. Ein Projekt,
welches 10mal grösser ist, verlangt normalerweise nur etwa
4mal grössere Ausgaben für die Usability.
Der Nutzen von Usability
Wir analysierten die Daten von 42 Fällen, bei denen
Usability-Messwerte für das Redesign der Websites zur
Verfügung stehen. Für den Zweck unserer Analyse
benötigten wir Projekte, die vor und nach dem Redesign die
gleichen Messwerte erhoben. Dies, damit wir sie angemessen
vergleichen und somit den Prozentsatz der
Usability-Verbesserungen schätzen konnten. Solche Projekte
sind nicht einfach zu finden, weil qualitative Studien viel
verbreiteter sind (und in der Tat den günstigsten und
meistens auch den praktischsten Ansatz für die Verbesserung
der Usability darstellen).
Durchschnittlich stellten wir quer durch alle 42 Fälle
hindurch eine Verbesserung der Brauchbarkeit um 135% fest,
wobei wir die 5 Ausreisser mit einem überdurchschnittlich
hohen Grad an Verbesserung ausschlossen (Ein Einbezug dieser
Ausreisser lässt die durchschnittliche Verbesserung auf 202%
springen).
Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, schwanken die erzielten
Verbesserungen je nach Messwert:
| Messwert |
Durchschn. Verbesserung quer
durch die Webprojekte |
| Verkauf /
Konversionsrate |
100 % |
| Verkehr / Anzahl Besucher |
150 % |
| Anwenderleistung / Produktivität |
161 % |
| Nutzung von spezifischen
Eigenschaften oder Angeboten |
202 % |
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Unsere aktuelle Studie beinhaltete zwar keine Intranet
Redesignprojekte. Auf der Grundlage zweier früherer
Intranetstatistiken schätze ich jedoch, dass die Verbesserung
der Brauchbarkeitsmesswerte bei Intranets etwas unter 100% liegt.
Dass die Usability bei Intranets scheinbar ein bisschen
weniger zunimmt als bei Websites ist einfach erklärbar. Die
Usability von Websites bestimmt sich im Wesentlichen von der
Fähigkeit der Anwender, Störungen in der Navigation zu
vermeiden und neue Information zu deuten. Projektdaten aus der
Ära vor dem Web zeigen beispielsweise, dass die Usability
deutlich stärker zur Fehlervermeidung beitragen kann als zur Erfahrenheit
der Benutzer. Web-Usability ist also eng mit der Fehlervermeidung
verbunden, die Intranet Usability hingegen ist ein Mix von
Fehlervermeidung und Erfahrenheit der Benutzer: In einem gut
gehandhabten Intranet haben es die Anwender nur mit einem
einzigen Design zu tun und erreichen deshalb schlussendlich
einen hohen Grad an Erfahrung.
Schätzung des ROI (Return on Investment)
Grob geschätzt lässt sich durch Ausgaben für die
Usability in Höhe von 10% des Projektbudgets die Usability
verdoppeln. Leider ergeben solche Schätzungen keine ROI-Zahl
im klassischen Sinn, weil die beiden Parameter in
unterschiedlichen Einheiten gemessen werden: Projektkosten
werden anhand des ausgegebenen Geldes beziffert, die Usability
hingegen in Form der Zunahme des Gebrauches, der verbesserten
Nutzung oder einer höheren Benutzerzufriedenheit.
Usability-Verbesserungen in Geld auszudrücken ist für den
E-Commerce Bereich, wo die Verdoppelung von Verkäufen einen
unmittelbaren Wert hat, relativ einfach. Auch für Intranets
sind die Produktivitätsgewinne einfach in Geldwerte
umzurechnen: Multiplizieren Sie einfach die gewonnene Zeit der
Angestellten mit den pro Stunde anfallenden Kosten pro
Mitarbeiter.
Bei anderen Designprojekten lässt sich ein exakter ROI
weniger leicht berechnen. Was ist der Wert einer erhöhten
Kundenzufriedenheit? Von mehr Verkehr oder einer erhöhten
Nutzung der Website und deren Angeboten? Die Schätzungen
dafür variieren je nach Firma und damit auch der Wert einer
verdoppelten Usability. Aber er wird in den meisten Fällen
substanziell sein.
Je mehr Leute ein Design nutzen, desto grösser ist der ROI
aus den Usability-Aktivitäten, da der Gesamtnutzen vom
zusätzlichen Wert abhängt, den die erhöhte
Benutzerfreundlichkeit jedem einzelnen Benutzer bringt. Es ist
offensichtlich, dass die Verdoppelung der Verkäufe auf einer
grossen E-Commerce Website mehr bringt als auf einer kleinen.
Ähnlich verhält es sich mit den Produktivitätszuwächsen
aufgrund eines Intranet-Redesigns: Für eine Firma mit 1'000
Angestellten liegen sie 8fach, für eine Firma mit 10'000
Angestellten 20fach und für eine Firma mit 100'000
Angestellten gar 50fach über den entstehenden Kosten.
Weil die Einsparungen durch die Usability weit höher sind
als die Kosten, glaube ich, dass die Budgetverteilung in
Zukunft stärker zugunsten der Usability ausfallen wird -
zumindest in grösseren Firmen. Für den Moment empfehle ich,
10% des Projektbudgets für die Usability einzusetzen, aber
innerhalb weniger Jahre wird ein optimaler Return on
Investment wahrscheinlich nach 20% oder mehr verlangen.
Offensichtlich gibt es einen Punkt, wo der Mehrwert
zusätzlicher Ausgaben für Usability geringer sein wird als
derjenige von Investitionen in andere Projektkomponenten. Ich
weiss jedoch noch nicht, wo dieser Punkt liegen wird, weil wir
im Moment noch weit weg davon entfernt sind.
Mehr darüber
Der komplette 110-Seiten Report mit Vorher/Nachher-Screenshots der Websites inkl. der relevanten Vorher/Nachher-Zahlen steht zum Download
bereit.
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