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Zusammenfassung
Webanwender sind im höchsten Masse zielorientiert und
Werbeanzeigen, welche die Ziele der Anwender beeinträchtigen
werden ignoriert. Um Erfolg zu haben, müssen Werbeanzeigen
sowohl mit dem Medium als auch mit den Zielen und der
Denkweise des Benutzers zusammenspielen.
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Es gibt viele Gründe, warum Werbeanzeigen im Web nicht gut
laufen, aber es ist sehr verwirrend, wenn eine Werbeanzeige
wirklich etwas für den Anwender Relevantes darstellt und
dennoch das Ziel verfehlt. Warum sollte dies passieren? Um
das genauer zu betrachten, müssen wir uns erst einmal
anschauen, warum textbasierte Werbeanzeigen auf den Seiten von Suchmaschinen so gut
funktionieren.
Jeder
Anwender hat ein Ziel -- vielleicht ist es jenes, mehr
über Digitalkameras zu lernen, vielleicht jenes, ein Buch zu
kaufen. In beiden Fällen ist die Aufmerksamkeit der Anwender
auf das gerichtet, was sie zum Ziel führt; alles
andere wird von Ihnen ignoriert. Wenn Anwender eine Suche
starten, beziehen sich die gezielten Werbeanzeigen, welche die
Suchmaschinen zurückgeben, auf genau das, was die Anwender
gesucht haben. Folglich schauen sie sich die Werbeanzeigen an
und folgen ihnen. In
der Tat haben solche Werbeanzeigen wahrscheinlich sogar einen
Vorteil gegenüber einfachen Suchresultaten, weil sie
einerseits zeigen, dass der Werber kompetent ist und
andererseits, dass er ein direktes Interesse daran hat, seine
Konsumenten zu bedienen.
Anwenderziele ins Visier nehmen
Der Schlüssel zum Erfolg ist also, die Werbeanzeige so zu
machen, dass sie mit den Zielen des Anwenders übereinstimmt.
Aus diesem Grund sind rein textbasierte Werbeanzeigen
überlegen, weil sie sofort zum Punkt kommen. Tolle Grafiken
sind dazu da, die Anwender anzuziehen, aber mit
zielgerichteten Werbeanzeigen ist die Aufmerksamkeit des
Betrachters garantiert. Sie sollten deshalb auf zusätzliche
Schnörkel verzichten und schlicht und einfach das
Verkaufsangebot liefern --- zusammen mit einem Link zu einer
speziellen Site mit detaillierten Informationen. Diese neue
Seite (mit Produkt-
und Preisinformationen) sollte dazu dienen, den Verkauf oder
das Geschäft
abzuschliessen; zu erwarten, dass die
Werbeanzeige selbst dazu genügend Informationen bietet, ist
unpraktisch.
Solche Formen von Designs, welche versuchen, ein gesamtes
User-Interface in eine kleine Werbeanzeige hineinzupressen,
verfehlen den gesamten Punkt des Hypertextes.
Jetzt könnte es natürlich reizvoll sein, Ihre
erfolgreiche Werbeanzeige als Pop-up Fenster, oder auf einer
News-Site oder sonst irgendwo darzustellen. Aber wenn Sie das
tun, wird die Anzeige einfach nur ignoriert, weil das nicht
Teil des Ziels ist: Die Anwender möchten auf der
News-Site die News lesen, oder was es auch immer ist, das
sie auf die Site geführt hat, und Werbeanzeigen -- egal wie
verlockend oder relevant sie bezogen auf die anderen
Interessen des Anwenders sind -- werden ignoriert. Wenn Anwender
jedoch ihre Hauptaufgabe erledigt
haben und sie anschliessend bereit für die Werbeanzeigen sind,
raten Sie mal, was dann passiert ist? Die Werbeanzeigen sind
nicht mehr da.
Ein Lob auf die Beharrlichkeit
Schon des Öfteren haben wir an einer Website gearbeitet
und eine interessante und relevante Werbeanzeige bemerkt. Dies
geschieht typischerweise in der "toten Zeit", in der wir auf den Aufbau einer Seite
warten, nachdem wir auf einen Link geklickt haben, um einem Punkt vertieft
zu folgen. Wir machen uns also eine gedankliche Notiz, um zu dieser
Werbeanzeige zurückzukehren. Oops, das geht nicht. Wenn wir zurück
gehen, wird eine andere Werbeanzeige angezeigt. Dadurch wird eine der
ältesten Grundregeln des Interaktionsdesigns gebrochen: Stabilität.
Schon im Jahre 1984 haben die Macintosh
Guidelines der Mensch-Maschine Interaktion festgehalten, dass Designer vermeiden sollten,
dass der Computer dem Anwender Dinge ruckartig wegzieht (Das ist der
Grund, warum es so störend ist, wenn man zu einem Ordner geht
und Windows die Ansicht, die man beim letzten Besuch
eingestellt hat, wieder geändert hat).
Beachten Sie was passiert, wenn Sie eine Zeitung lesen. Sie
schlagen - einer Geschichte folgend - die Seite um, und Ihr Auge
fällt auf eine Werbeanzeige, die Sie interessiert. Am
wahrscheinlichsten ist es, dass Sie die Geschichte zu Ende
lesen, sich aber eine gedankliche Notiz von der Anzeige machen,
um später zu ihr zurückzukehren. Wenn Sie das machen, raten
Sie mal, was passiert? Die Anzeige ist immer noch da.
Websites sollten einen ähnlichen Prozess ermöglichen.
Versuchen Sie nicht, die Anwender inmitten ihrer Aufgabe zu
stören -- es funktioniert nicht. Aber wenn sie einmal mit
ihrer Aufgabe fertig sind, lassen Sie sie den Werbeanzeigen
folgen oder zu ihnen zurück kehren.
Warum ermöglicht man den Anwendern nicht, sich die
Anzeigen nochmals anzuschauen, nachdem sie sich von der
aktuellen Bildschirmanzeige entfernt haben? Wir sagen voraus,
dass wenn jede Site, die dynamisch
generierte Werbeanzeigen anbietet, in einem
speziellen Werbebereich eine Schaltfläche offerieren würde (zum
Beispiel: "View the last 10 ads
here"), dass die Erfolgsraten der Werbung steigen
würden. (Das ist eine ähnliche Grundregel wie die, von der wir bereits
wissen, dass sie für Homepages gut funktioniert: zu einem Archiv von
kürzlich angezeigten Features und Promotionen zu verlinken.
Auf den Erfolg von Werbeanzeigen abzielen
Erreichen Sie die Anwender, wenn diese interessiert sind und
Zeit haben -- belästigen Sie sie nicht, wenn sie nicht
gestört werden möchten. Leider zielen zurzeit die meisten
Werbeanzeigen im Web auf das ab, was nicht
funktioniert und machen es sogar noch
schlimmer und nerviger, wenn sie weiter gegen das
Anwenderverhalten ankämpfen. Noch schneller in die falsche
Richtung zu gehen ist keine sehr aussichtsreiche Strategie.
Sie möchten, dass Werbeanzeigen funktionieren? Akzeptieren Sie,
dass Webdesign ein Interaktionsdesign ist. Verstehen
Sie Hypertext. Und, was das Wichtigste ist, verstehen
sie die Psychologie der Betrachter.
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