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Das ist die 200ste Alertbox seit ich im Juni
1995 damit angefangen habe, diese Kolumne im Web zu publizieren.
Über die Jahre hat die Alertbox sich gegenüber
Usability-Feinden durchgesetzt und mit mehr als 30 Millionen
Seitenansichten die Nutzung von archiviertem Inhalt für gültig
erklärt. Diese Statistik beinhaltet nur die englische Version. Die Alertbox wird in Lizenz auch auf Deutsch und Japanisch übersetzt. Früher gab es sie sogar auf
Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch (leider mussten diese
Websites ihre Ausgaben für lizenzierten Inhalt verringern).
Auch nicht enthalten in den 30 Millionen sind die millionenfachen
Seitenansichten, die durch Push-Technologie und Roboter erzielt
worden sind. Interesse
und Einfluss
Obwohl die durchschnittliche Anzahl Leser pro Kolumne ca. 300'000 Personen beträgt, gibt es einige Alertboxen, die
Millionen von Lesern angezogen und so den Durchschnitt erhöht
haben. Die meisten Alertboxen haben ungefähr 200'000 Leser. Von
diesen sehen etwa 40'000 die Alertbox, wenn sie neu auf der
Website useit.com zur Verfügung gestellt wird. In anderen
Worten, die meisten Artikel erhalten 80% ihrer gesamten
Leserschaft erst nachdem sie archiviert worden sind. Ganz klar ein
überzeugendes Argument für den Unterhalt von Content-Archiven. Meine
1995 erschienene Alertbox zum Thema "Richtlinien für Web Multimedia"
erhält immer noch ungefähr 2000 Leser pro Monat. Diese Richtlinie
ist immer noch gültig und es lohnt sich, sie
trotz ihres Alters zu lesen, obwohl sie von Usability-Tests abgeleitet
worden ist, die auf Technologien basieren, die
schon lange nicht mehr existieren. Ich versuche normalerweise
Artikel zu schreiben, die ihre Bedeutung über viele Jahre
beibehalten. Usability-Befunde werden von menschlichen
Eigenschaften abgeleitet und sind deshalb von ihnen viel abhängiger
als von einer speziellen Technologie, einem Produkt
oder einer Firma. Die Leistungsfähigkeit des menschlichen
Gehirns ändert sich nicht von einem Jahr zum anderen. Also haben
die Einblicke in das menschliche Verhalten eine sehr lange
Lagerbeständigkeit. (an diesem Punkt werden sorgfältige
Leser ihre Mathematikaufgaben gemacht und festgestellt haben, dass 30 Millionen Seitenansichten geteilt durch 200 Kolumnen
nicht 300'000 ergibt, sondern 150'000. Der Grund für diese
Diskrepanz besteht darin, dass neue Alertboxen nicht lange genug
archiviert worden sind, um ihre erwartete Leserschaft
anzusammeln). Der Kampf gegen die "Multi-Millionen"-Interessen
Über die Jahre hat sich die Alertbox mehrere Male gegen
Interessen durchgesetzt, denen durch Hunderte von Millionen Dollar
der Rücken gestärkt worden ist. Das Resultat war üblicherweise ein
Sieg, obwohl es im Falle meines Kampfs für die Verminderung der
PDF-Fehler zu früh ist, um einen Sieg zu erklären. Der
Grund, warum ich häufig gewonnen habe --- trotz der Tatsache,
dass die Feinde der Usability oftmals besser finanziert sind --
ist, dass ich die Wahrheit sage, wie ich sie in der
Nutzerforschung sehe. Ich bin nicht durch irgendwelche
speziellen Interessen gebunden. Wenn ich also beobachte, dass
Menschen sich auf eine gewisse Art und Weise verhalten, dann bin
ich frei, dies zu äussern und die Auswirkungen auf die
Industrie zu erklären. Es ist sehr schwierig, die menschliche Natur
zu verändern; Firmen, die versuchen, ihr Technologien
aufzuerlegen, die gegen sie sind, verlieren häufig. Vielleicht
der auffallendste Sieg bestand darin, dass die Alertbox den Weg zur Abnahme
glamouröser Design-Agenturen geebnet hat. Sicher, es
gibt noch einige wenige glamouröse Agenturen und eine Firma,
die Geld mit einer nicht nutzbaren Website vergeuden möchte,
findet Designer, die nur zu gerne bereit sind, das Geld gegen
eine wunderschöne, wenn auch unbrauchbare Site einzutauschen.
Die meisten grösseren Agenturen haben Usability-Fachleute
eingestellt, und es ist üblich, dass Kunden Websites
verlangen, die funktionieren und nicht nur solche, die schön
aussehen. Weil sich Design-Agenturen über die Zeit stufenweise
verändert haben, haben es viele Leute noch gar nicht bemerkt:
Das ist etwa so, wie einen Frosch mit langsam erhitzendem Wasser zu kochen.
Obwohl das Endergebnis ist, dass sich heutige Designgeschäfte
im Allgemeinen sehr von den Fröschen, die im 1999 glamouröse
Sites herausgebracht haben unterscheiden. Auf die ähnliche
Art und Weise war die Alertbox auch bei der Veränderung der Flash-Strategie
beteiligt, weg
vom Stören der Anwender hin zum Erstellen von brauchbaren
Internet-basierten Applikationen. Andere Schlüssel-Siege
In einem anderen Sieg rügte ich - ein Jahr bevor die erste
Blase platzte - die
gefälschten Benutzer Metriken, die gebraucht wurden, um die
dot.com IPOs zu rechtfertigen. Ich sagte ganz spezifisch, dass
MarketWatch.com ihre ursprüngliche Milliarden-Dollar Bewertung
nicht wert sei. Die Aktie wird momentan zu 9% ihres Wertes
gehandelt, den sie im Jahre 1999 beim Erscheinen des Artikels
hatte. Die Alertbox hat sich auch im Falle der
WAP-Usability überwältigend gerechtfertigt. Im Jahre 2000 habe
ich die Resultate einer Studie herausgegeben, welche die
Unbrauchbarkeit von WAP-Telefonen und -Dienstleistungen
dokumentierte, die als Lösung für den mobilen
Informationszugriff gefördert wurden. Trotz unserer klaren
Usability-Befunde hat die WAP-Industrievereinigung eine
Pressmitteilung herausgegeben, die behauptete, der Bericht sei
nicht glaubwürdig, weil er sich nur auf 20 Nutzer abstützte
und die Benutzer ihr WAP-Telefon nur für eine Woche nutzen
konnten. Tatsache ist, dass die Studie sehr vollständig war.
Zum einen ist es mehr als genug, 20 Nutzer zu studieren, um
wirklich grosse Probleme mit einem Interface-Design zu erkennen,
besonders wenn die Usability-Probleme so deutlich und konstant
sind, wie bei WAP. Zum anderen - obwohl die Anwender
wahrscheinlich mit grösserer Erfahrung besser abgeschnitten
hätten - ist es einfach unrealistisch etwas als ein breit
abgestütztes Konsumentenprodukt zu fördern, wenn es Leute
nicht innerhalb einer Woche lernen können. Wenn ihre erste
Erfahrung mit dem Produkt zudem unangenehm ist, werden die
Anwender auch nicht über einen längeren Zeitraum
beliebig Gebrauch davon machen. Wie auch immer, folgende
Ereignisse bekräftigen sicher unsere Forschungsbefunde vom
Jahre 2000: Niemand nutzte die frühen WAP-Dienstleistungen und
die gesamte Technologie wurde zu einem grossen Flop. Denken Sie
nur an die Milliarden Dollar, welche die Telefonindustrie hätte
einsparen können, wenn sie der Usability-Forschung zugehört
hätte, anstatt zu versuchen, gegen mich zu kämpfen. Was
wird noch kommen
In zukünftigen Kolumnen werde ich fortfahren für das
einzustehen, was recht ist und Menschen vor der übermässig
komplizierten Technologie verteidigen. Ich werde mit der
Ausbildung von Firmen fortfahren und ihnen zeigen, wie sie mit
ihren Kunden online kommunizieren und ihre Angestellten
mit verwendbareren Intranets besser befähigen können.
Natürlich werde ich in den nächsten hundert Kolumnen auch neue
Themen abdecken, aber ich sehe keine Veranlassung dafür, meine
Grundwerte zu ändern, wenn diese übermässig berechtigt sind.
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