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WYSIWYG hat ausgedient |
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| Zusammenfassung Das Interaktions-Design im Macintosh-Stil stösst seit längerem an seine Grenzen. Ein neues Paradigma, die sogenannte ergebnisorientierte Benutzeroberfläche, könnte in Zukunft der Weg sein, den Benutzern mehr Macht zu geben. |
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In den vergangenen 25 Jahren hat ein Typ Benutzeroberfläche klar dominiert: die graphische Benutzeroberfläche à la Macintosh. Mittlerweile ist diese jedoch an ihre Grenzen gekommen und wird durch einen Stil ersetzt, der einige ihrer heiligsten Interaktionsprinzipien ins Gegenteil verdreht. Verglichen mit früheren Interaktions-Paradigmen sind die Funktionen der Benutzeroberfläche im Mac-Stil viel benutzerfreundlicher: Statt Befehle und Parameter einzutippen, wählen die Benutzer die Befehle aus Menüs aus, was einem vor Tippfehler bewahrt. Menüs, Werkzeugleisten und Dialogfelder dienen als visuelle Objekte auf dem Bildschirm, die getreu die Ziele der Benutzer wiedergeben. Das kennen wir als WYSIWYG ("What you see is what you get", "Was du siehst, ist das, was du kriegst"). Ich nenne diesen Stil Mac-Stil, obwohl er ursprünglich von Xerox PARC stammt und zuerst im Xerox Star und im Apple Lisa zum kommerziellen Einsatz gelangte. WYSIWYG war ein grosser Fortschritt gegenüber früheren Interaktionsarten, bei denen die Benutzer ihre Ziele auf viel abstrakterer Ebene formulieren mussten und die Ergebnisse erst viel später zu sehen bekamen. Um in der WYSIWYG-Oberfläche zum Beispiel einen Text fett zu setzen, markiert man den Text mit der Maus und wählt den Befehl "fett" aus dem Formatierungsmenü aus. Das ist einfach. Und, wichtiger noch: Sobald man den Formatierungsbefehl ausgewählt hat, ändert sich das Erscheinungsbild des Dokuments auf dem Bildschirm entsprechend. Zu jedem Zeitpunkt entspricht die Abbildung auf dem Bildschirm dem, was man gemacht hat und was man erhält, wenn man es ausdruckt. In früheren Systemen wie WordStar musste man vor und hinter dem Text Befehle eintippen, wie z.B. <bold-on> oder <bold-off>, um sein Erscheinungsbild zu verändern. Erst beim Ausdrucken konnte man sehen, ob die Änderungen korrekt waren und den eigenen Wünschen entsprachen. Wer schon einmal HTML von Hand kodiert hat, weiss, wie hochgradig fehleranfällig und langwierig dieser Ansatz ist. WYSIWYG war wirklich ein grosser Usability-Fortschritt, genau wie die graphische Benutzeroberfläche im Stile des Macintosh im allgemeinen. Daher hat sie sich so lange gehalten. Die Grenzen von WYSIWYGLeider haben wir inzwischen die Grenzen der gängigen graphischen Benutzeroberflächen erreicht. Man kann nur eine begrenzte Anzahl von Befehlen in Menüs, Werkzeugleisten und Dialogfeldern anzeigen. Microsoft Word 2003 hat jedoch 1500 Befehle - und die Benutzer haben normalerweise keine Ahnung, wo die meisten davon zu finden sind. Eine weiterer Nachteil von WYSIWYG besteht darin, dass den Benutzern zu viel manuelle Arbeit aufgebürdet und zudem ihre Vorstellungsgabe überstrapaziert wird, wenn sie sich im Voraus ein Bild vom Ergebnis machen sollen. Sicherlich kann man sein Werkstück schrittweise in die gewünschte Form bringen, hübsch eine Modifikation nach der anderen, und jeden Fortschritt visuell kontrollieren. Aber jede Modifikation muss man selbst vornehmen und dafür viele Mausklicks aufwenden. Schlimmer noch: man beginnt mit einem leeren Bildschirm und muss sein Ziel Schritt für Schritt aus dem Nichts aufbauen. Michelangelo mag zwar, verborgen im unbehauenen Marmorblock, schon zu Beginn bereits die fertige Statue vor sich gesehen haben. Aber für durchschnittliche Menschen ist so etwas erheblich strapaziöser. Die direkte Manipulation von WYSIWYG-Objekten hat also drei entscheidende Grenzen:
So oft ich Microsoft wegen der Tausenden von verschütteten Funktionen kritisiert hatte - zurzeit hat das Unternehmen ein gutes Usability-Team und ist sich der Probleme sehr bewusst. Im Grunde hat man versucht, eine überkomplizierte Grundlage mit Usability nachzurüsten und ist dabei gescheitert. Jetzt endlich hat Microsoft begriffen, dass man was unternehmen muss: Das Unternehmen verläßt die Pfade der alten Benutzeroberfläche und beschreitet neue Wege. (Während wir zu einem neuen Paradigma übergehen, müssen wir am entscheidenden Vorteil von WYSIWYG festhalten: dass die primäre visuelle Darstellung der Objekte ein wirklichkeitsnahes Abbild des Zielbereichs ist; dass die Benutzer also ein alltagstaugliches Evaluations-Instrument zur Hand haben, um abzuschätzen, ob sie tatsächlich das gewünschte Resultat bekommen.) Nächste Generation:
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