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Presse >> Usability News>> Was ist Usability?

Usability wird mehr und mehr zu einem Modewort. Und wie bei allen anderen Modeworten ist es auch hier so, dass der Begriff von immer mehr Leuten unterschiedlich benutzt und somit auch verwässert wird. Letzte Woche haben wir auf einer Webseite zum Beispiel folgende Definition von Usability gesehen: "Schnelle Serverzugriffszeiten". Und heute wurden wir mit einem Mailing auf eine Firma aufmerksam gemacht, die Usability-Tests anbietet, unter anderem anhand folgendem Kriterium: "Technische Verfügbarkeit der Website".

Selbstverständlich ist es wichtig, dass dieses Kriterium auch getestet und geprüft wird. Usability hat aber nicht primär etwas mit der technischen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit des Systems ("Reliability") zu tun. Diese technische Verfügbarkeit ist im Qualitätsmodell der ISO zwar nebst Usability ein Bestandteil der gesamten Software-Qualität. Wenn jemand aber die Brauchbarkeit einer Software mit "Reliability" übersetzt und nur diese testet, dann ignoriert er/sie all die anderen Bestandteile des Qualitätsmodells der ISO 9126

Er bietet also die Durchführung von Usability-Tests an, ohne die eigentliche Usability des Produktes zu testen. 

Gemäss ISO 9241-11 wird Usability wie folgt definiert: Das Ausmass, in welchem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen. 

Der Anwendungsrahmen der Gebrauchstauglichkeit sieht gemäss ISO 9241-11 wie folgt aus:

Genau diese Faktoren (Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung) werden während eines Usability-Tests gemessen und statistisch ausgewertet. Dazu verwendet man quantitative und qualitative Testmethoden und Vorgehensweisen. Um die Brauchbarkeit von zum Beispiel einer Website testen zu können, muss man also ein Produkt mit Benutzern der Site (eine genügend hohe Anzahl und die Richtigen) im richtigen Nutzungskontext anhand des Massstabes der Gebrauchstauglichkeit testen. 

Dabei misst man die Benutzungseffizienz und den Grad der Zufriedenstellung. Die Benutzungseffizienz wird zum Beispiel unter anderem auch anhand des Zeitaufwandes gemessen, welcher der Benutzer für die Ausübung einer Arbeitsaufgabe benötigt. Braucht er für das Auffinden einer Adresse mehr als 5 Minuten (im Verhältnis zu 30 Sekunden für eine vergleichbare Aktivität), dann kann das unter Umständen ein Hinweis auf die Brauchbarkeit der Website sein. Der Grad der Zufriedenstellung kann anhand eines Interviews oder einem Fragebogen gemessen werden. Nur die Auswertung aller Faktoren ergibt dann eine Aussage über die Brauchbarkeit respektive die Usability der Website.

In amerikanischen Fachkreisen wird zum Teil zusätzlich noch unterschieden zwischen USABILITY als Qualitätsfaktor des Gesamtsystems und Usability als Instrument für die Messung der Brauchbarkeit. Diese Unterscheidung brauchen Sie im alltäglichen Gebrauch noch nicht zu machen. Es könnte aber im nächsten oder übernächsten Jahr auch im europäischen Raum zum Thema werden. Warten wir's ab. 

Datum: 09.12.2002
Autorin: Silvia Zimmermann

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