Presse >> Usability News >> Farbgestaltung im World Wide WebSchaut man sich im World Wide Web ein bisschen um, merkt man sehr schnell, dass Farbe oftmals einfach so, d.h. ohne grössere Überlegungen eingesetzt wird. Oftmals scheint die Devise, „Je bunter – desto besser“ oder „Je mehr – desto besser“ zu lauten. Der eigentliche Grund für den Einsatz von Farbe, nämlich der, einem Anwender die Informationsverarbeitung zu erleichtern, wird dabei leider allzu oft vergessen. Denn auch wenn Farbe aus ästhetischen oder werbetechnischen Gründen eingesetzt wird, sollte sie doch die Wahrnehmung und die Informationsverarbeitung des Anwenders auf keinen Fall negativ beeinträchtigen. Grundsätzlich kann Farbe die visuelle und kognitive Verarbeitung der auf einer Web-Site präsentierten Information erhöhen. So kann zum Beispiel mit der richtigen Farbauswahl das Auffinden, Einteilen und Verknüpfen von Informationen mit dem Resultat erleichtert werden, dass ein Anwender das Gefühl hat, sich intuitiv auf der Site zurechtzufinden. Das Hauptziel der Farbdarstellung - die Erleichterung der Informationsverarbeitung - wird erreicht, wenn die gewählte Farbe leicht feststellbar, identifizierbar und unterscheidbar ist. Zudem sollte die Bedeutungszuordnung der Farbe aufgabenangemessen sein. Für die software ergonomische Prüfung von Farbdarstellungen auf Web-Sites teilen wir bei uns die Farbe in folgende 3 Bereiche ein (photorealistische Darstellungen ausgenommen):
Für das Erscheinungsbild gilt: Überlegen Sie sich zuerst, welche Wirkung Sie mit Ihrer Web-Site erreichen möchten. Blaue Farbtöne sind für eine kalte Wirkung gut geeignet, rote Töne eignen sich besser für eine warme Wirkung.
Quelle: Lauter, B.: Software-Ergonomie in der Praxis. Oldenbourg Verlag. München
1987. Haben Sie sich einmal für ein bestimmtes Farbschema entschieden, dann verwenden Sie es konsequent auf jeder einzelnen Web-Seite weiter. Möchten Sie Farben für die Identifizierung von Elementen benutzen? Rot ist in unserem Kulturkreis die Signalfarbe Nummer 1 für „Achtung“, „Gefahr“ und „Stop“. Grün hingegen die Farbe für „Ok!“, „Weiterfahren“. Eine Darstellung wie im Bild unten macht aus ergonomischer Sicht keinen Sinn, da die Farben rot und grün nur aus Gründen der Unterteilung eingesetzt werden und keinerlei Bedeutung für die Informationsverarbeitung haben (vgl. dazu das zweite Bild mit gleichem Informationsgehalt).
Farbe sollte auf jeden Fall sparsam verwendet werden. Wenn Farbe verwendet wird, um die Identifizierung von Elementen zu erleichtern, dann sollten nie mehr als 6 Farben zu Hilfe genommen werden. Aus software-ergonomischer Sicht gibt es für die Verwendung von Farbe noch folgende andere Gestaltungshinweise:
Es gilt zu beachten, dass es natürlich auch äussere Einflussfaktoren gibt, die den Farbeindruck der beim Surfen durch eine Internetseite entsteht beeinflussen:
Und wie sieht es mit der Farbenblindheit
aus? Möchten Sie weiterführende Informationen bezüglich der Verwendung von Farben online, dann senden Sie uns bitte unter Angabe Ihrer Anschrift eine E-mail an info@usability.ch mit dem Betreff: Merkblatt Farbgestaltung. Quelle: ISO Norm 9241-8. Zurück zur Seite Usability News
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