Presse >> Usability News >> 1. deutsche IA-Tagung in Frankfurt

Am 28./29. Mai fand in Frankfurt a.M. die erste deutsche Tagung zum Thema Informationsarchitektur statt. Rund 50 Besucher aus verschiedensten Berufen trafen sich, um über die Zukunft und Perspektiven der Informationsarchitektur in Deutschland zu diskutieren.

Rund 50 Leute aus den Bereichen Software-Entwicklung, Informationswissenschaften, Gestaltung/Design und Usability trafen sich an der ersten deutschen Tagung zum Thema Informationsarchitektur (IA), um über das Thema IA und das Berufsbild des Informationsarchitekten, dessen Herausforderungen und Methoden zu diskutieren sowie passende Ausbildungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Die Tagung erfuhr zwar reges Interesse von Seiten der Besucher, zeigte gleichzeitig aber auch auf, dass man im deutschsprachigen Raum noch weit von einer gemeinsamen Begrifflichkeit in diesem Gebiet entfernt ist. Selbst der Begriff Informationsarchitektur wird je nach Hintergrund der Teilnehmer unterschiedlich gehandhabt.

Ein weiteres Defizit, das an der Tagung zur Sprache kam, besteht in den uneinheitlichen Berufs- und Ausbildungsbezeichnungen für Informationsarchitekten: Obwohl nämlich viele im Prinzip schon seit Jahren IA-Spezialisten sind und sich mit dem Thema samt Methoden auseinandersetzen, fehlen derzeit noch entsprechend benannte Studiengänge und in der Folge eine offizielle Berufsbezeichnung.

Dies führt letztlich zu einem eher unbefriedigenden Zustand, der es Informations- Architekten schwierig macht, Firmen auf die Notwendigkeit ihrer Tätigkeit aufmerksam 
zu machen und letztlich ihre Dienstleistung an den Mann zu bringen.

Die fehlende Berufsbezeichnung und die damit verbundenen Kommunikations- schwierigkeiten zwischen Informationsarchitekten einerseits und Firmen andererseits haben auch ganz klare Auswirkungen auf die Usability von (Software-) Produkten. Da die Wirtschaft wegen der fehlenden Bezeichnungen zu wenig Notiz von den vorhandenen Spezialisten nimmt, werden entsprechende Aufgaben häufig an fachfremde oder Neulinge vergeben oder gleich den Entwicklern als Teilaufgabe mit auf den Weg gegeben.

Gemäss Aussagen von Informationsarchitekten und Dokumentalisten innerhalb von Grossunternehmen greifen selbst Weltkonzerne häufig auf Diplomanden und Praktikanten zurück, wenn sie ihre Informationsstruktur auf dem Intranet oder Internet anpassen. Als Folge einer solchen Geringschätzung der Informationsarchitektur können massive Produktivitätsverluste und Mankos in der Usability auftreten. Insofern zeigten sich also aus Sicht der Usability an der Tagung zahlreiche Parallelen zu den Anfängen in unserem Gebiet, als es in Managementkreisen noch kaum bekannt war.

Am 15./16. Oktober findet in Brüssel der erste europäische Informationsarchitekturgipfel statt. Die Teilnahme lohnt sich auch für Usability-Experten: http://www.asis.org/Conferences/IA/euia.html

 

Datum: 01.06.2005
Autor: Andreas Bleiker

 

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