Welt-Usability-Tag 2006

Unter dem Motto "Making Life easy" findet am 14. November 2006 der zweite Welt-Usability-Tag (World Usability Day) statt.

Im November 2005 wurde mit einem durchschlagenden Erfolg der erste, von der UPA Professionals' Association (UPA) lancierte Welt-Usability-Tag durchgeführt. Damals wurden in mehr als 35 Ländern 115 Anlässe mit einer Beteiligung von weit über 8000 Personen durchgeführt, alles mit dem Ziel, auf Usability und User Centred Design aufmerksam zu machen.

Unter dem Motto Making life easy! soll nun der Welt-Usability-Tag 2006 den Erfolg des ersten WUDs noch übertreffen. Die UPA, deren weltweite lokale Chapter, sowie verschiedene Schwester-Organisationen werden am 2. Welt-Usability-Tag unterschiedlichste Anlässe zum Thema Making life easy! durchführen.

Das übergreifende Ziel der UPA ist es,  jedes Jahr einen Welt-Usability-Tag mit dem Ziel durchzuführen, weltweit Gruppen von Fachleuten, Vertretern der Industrie, Ausbilder, Mitglieder der Bevölkerung und der Regierung an Anlässen für ein gemeinsames Ziel zusammenzubringen: die Technologie so zu verbessern, dass sie dem Menschen ein einfacheres und besseres Leben ermöglicht.

Nähere und laufend aktualisierte Informationen zum Welt-Usability-Tag 2006 finden Sie auf den Websites der UPA und der Swiss UPA:

http://www.worldusabilityday.org
http://www.swissupa.ch
http://www.usabilityprofessionals.org 

 

Welt Usability Tag Charta

Im Vorfeld zum 2. Welt-Usability-Tag wurde von der UPA Direktorenkonferenz folgende Charta zum UPA Welt-Usability-Tag verabschiedet:
Welt_Usability_Tag_Charta.Pdf

Einführung

Moderne Technik ist oft zu kompliziert. Ein Mobiltelefon sollte so einfach nutzbar sein wie ein Türgriff. Da bei Bildung, Gesundheit, Verwaltung, Kommunikation, Unterhaltung und Arbeit in hohem Maße auf Technik gesetzt wird, müssen wir sicherstellen, dass neu entwickelte Technologien zu allererst dem Menschen dienen. So machen wir die heutige Welt lebenswerter.

Technik sollte unser Leben bereichern – und nicht durch schlechtes Design und mangelnde Qualität mehr Stress und Gefahren schaffen. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass Technik effektiv, effizient, befriedigend und zuverlässig arbeitet und von allen Menschen genutzt werden kann. Dies gilt besonders für Menschen mit Behinderungen: Technik trägt dazu bei, dass sie voll am Arbeits- und Sozialleben teilhaben können.

Menschliches Versagen ist ein irreführender Begriff. Technik sollte im Bewusstsein entwickelt werden, dass den Fähigkeiten des Menschen gewisse Grenzen gesetzt sind. Menschliche Fehler wird es immer dann geben, wenn Technologien nicht einfach nutzbar und verstehbar sind. Wir müssen deshalb vermeiden, dass schlechtes Design zu Fehlern führt.

Wir glauben, dass eine gemeinsame, koordinierte Anstrengung nötig ist, um zuverlässige, einfach nutzbare Technologien zu entwickeln, die den Menschen in allen Lebensbereichen dienen – in der Bildung, im Gesundheitswesen, beim Schutz der Privatsphäre, in der Kommunikation und Unterhaltung sowie bei der Arbeit. Wir müssen den Menschen ins Zentrum des Designprozesses stellen. Seine Bedürfnisse und Wünsche stehen am Anfang und führen letztlich zu Technologien, die uns voran bringen.

Deshalb wollen wir, die Unterzeichnenden, gemeinsam Technologien entwickeln, die den Menschen helfen, sich zu entfalten. Damit wir eine bessere Welt schaffen können, für uns und die kommenden Generationen.

Wir erklären, dass wir jedes Jahr einen World Usability Day veranstalten werden. An diesem Tag bringen wir weltweit Fachleute, Industrievertreter, Ausbilder, Bürger und Regierungsorganisationen zusammen. Auf diese Weise tragen wir dazu bei, dass die Technik den Menschen zu einem erfüllten Leben verhilft und eine bessere Welt für alle möglich wird.

Charta-Artikel

Artikel 1: Bildungswesen
Immer mehr Schulen nutzen das Internet. Rund um den Globus profitieren junge Menschen vom kostengünstigen, einfachen und zuverlässigen Zugang zu Computern, Internet und Telekommunikation. Bildungstechnologien sollten aber nicht nur bezahlbar und verfügbar sein, sie müssen auch von Lehrern, Schülern und Eltern einfach bedient werden können.

Artikel 2: Gesundheitswesen
Allen Menschen auf der Welt muss eine ausreichende Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen. Medizintechnik kann die Gesundheit verbessern, sie sollte aber einfach nutzbar sein. Fehler in diesem Bereich sind kostspielig. Wir sind das, was wir essen – deshalb benötigen wir gesündere Lebensmittel, um das Wohlergehen von allen Menschen sicherstellen zu können. Technologien zur Produktion besserer Nahrungsmittel müssen auf einer Forschung beruhen, die den ganzen Menschen im Blick hat.

Artikel 3: Staatliche Verwaltung
Weltweit setzen Regierungen neue Technologien ein, um ihre Bürger stärker in die Verwaltungsprozesse einzubinden. In vielen Ländern können Bürger online ihre Steuern zahlen und weitere Angelegenheiten erledigen. Diese Möglichkeiten sollten allen zur Verfügung stehen. So lässt sich die „digitale Kluft“ zwischen Arm und Reich verringern. Technische Wahlsysteme können das Vertrauen in freie Wahlen stärken helfen. Das Engagement der Bürger lässt sich durch geeignete Technologien unterstützen. Diese sollten nicht nur für alle Bürger zugänglich sein und ihnen dieselben Möglichkeiten bieten.  Sie müssen zudem leicht zu bedienen und zu verstehen sein, auch für Menschen mit Behinderungen.

Artikel 4: Kommunikation
Menschen sollten einfach miteinander kommunizieren können. Hierfür bieten sich mehr Medien als je zuvor an: Telefon, Internet, SMS-Nachrichten und Printmedien. Technik, welche die Kommunikation zwischen Menschen ermöglicht, sollte intuitiv nutzbar sein. Weitere Anforderungen sind leicht verständliche Bedienungsanleitungen sowie wartungsarme Schalter, Tasten und Bedienfelder.

Artikel 5: Privatsphäre und Sicherheit
Mit dem wachsenden Technikeinsatz steigen auch die Bedenken gegenüber neuen Formen von e-Commerce, e-Government und e-Kommunikation. Wir müssen Massnahmen treffen, damit die Online-Kommunikation sicher bleibt, Kinder und andere geschützt sind sowie das Vertrauen in unsere Systeme steigt.

Artikel 6: Unterhaltung
Unterhaltung ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Sie spielt im Lebensalltag vieler Menschen eine wichtige Rolle und dient verschiedensten Zwecken. Die Welt der Unterhaltung nimmt neue Technologien begeistert auf. Bilder, Filme, Musik und Spiele stehen durch neue Geräte auf immer neue Weisen bereit. Auch die Unterhaltung profitiert dabei von der Usability! Komplizierte Fernbedienungen, verwirrende Anleitungen und  nichtssagende Display-Anzeigen sind Belege dafür, dass Verbesserungsbedarf besteht. Nutzerfreundliche Unterhaltungssysteme werden leichter zu bedienen sein und Frustrationen vermeiden helfen.

Datum: 18.08.2006
Autorin: Silvia Zimmermann, silvia zimmermann at usability ch
UPA Director of Organizational Outreach
Vorstandsmitglied Swiss UPA
Vorstandsmitglied Swiss CHI

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