Usability News >>  CIF - Common Industry Format for Reporting Usability Results

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Ergebnisse eines Usability-Tests oder einer Usability-Evaluation festzuhalten. Abhängig von der Erfahrung, die ein Usability-Tester mitbringt, wird er unterschiedliche Methoden anwenden, um die Anwendbarkeit und Benutzerfreund- lichkeit einer Software zu testen. Dementsprechend wird auch sein Testbericht ausfallen. 

Das CIF-Format  vom National Institute of Standards and Technology (NIST) stellt Usability-Testern ein äusserst kompaktes Template für die Berichterstattung von Usability-Tests zur Verfügung. Dieses Template benutzen wir bei uns intern in einer adaptierten Form, um eine höchstmögliche Transparenz zu gewährleisten, nicht nur bezüglich der Testresultate, sondern auch bezüglich unseres Vorgehens während des Tests. 

Denn ein Usability-Testbericht sollte grundsätzlich mehr beinhalten als Screenshots und eine Auflistung von Usability-Schwachstellen. Gemäss der  ISO Norm 9241 gibt es drei grundsätzliche Faktoren, welche für die Beurteilung der Usability eines Produktes relevant sind. In einem Testbericht müssen deshalb, wie vom NIST vorgeschlagen, zwingend Statistiken über diese drei Faktoren aufgeführt sein:

  • Kann der Anwender seine Aufgabe zufrieden stellend lösen? (Effektivität)
  • Wie lange brauchte der Anwender, um dies zu tun? (Effizienz)
  • Waren die Anwender zufrieden? (Zufriedenheit)

  Zudem sollte ein Testbericht unter anderem folgendes beinhalten:

  • Ziel und Zweck des Usability-Tests. Ein Usability- Test kann aus verschiedenen Gründen durchgeführt werden. Deshalb ist es ein Vorteil, wenn genau beschrieben wird, warum der Usability-Tests durchgeführt wurde.
  • Der Testbericht sollte eine klare Beschreibung des Produktes beinhalten, inkl. dessen Funktionalität, Versionsnummer und Versionsdatum sowie eine Beschreibung der beabsichtigten Anwender.
  • Ein Usability-Testbericht sollte klar aufzeigen, in welchem experimentellen Setting der Test stattgefunden hat (am Arbeitsplatz des Anwenders oder in einer Laborumgebung?) und zudem eine eindeutige Spezifikation der technischen Umgebung beinhalten. Dabei sollte die Testumgebung selbstverständlich so konfiguriert werden, dass sie der tatsächlichen Arbeitsumgebung des Anwenders entspricht.
  • Die Aufgabenstellungen, welche dem Usability-Test zu Grunde liegen (Use Cases inkl. detailliertem Beschrieb der einzelnen Episoden).
  • Der Testbericht sollte zudem die Anzahl Testteilnehmer aufführen sowie die Kriterien, anhand derer Sie ausgewählt wurden. Wir führen zudem alle Anwenderdaten anonymisiert auf und stellen Sie der Benutzerprofil-Analyse gegenüber. Damit wird weitgehend sichergestellt, dass der Test nicht mit Anwendern durchgeführt wird, die das Produkt in Wirklichkeit nie benutzen werden. Zudem lassen wir die Testteilnehmer eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben und garantieren ihnen, dass wir keinerlei Daten (Video/Audio) an Drittpersonen weitergeben.
  • Die Methode und der Prozess, anhand derer der Test durchgeführt wurde.

Das NIST hat bereits im Oktober 1997 eine Initiative für eine erhöhte Transparenz der Software-Usability lanciert. Daraus entstanden ist das Projekt IUSR (Industry Usability Reporting) in welchem in Zusammenarbeit mit Software-Lieferanten und grösseren Verbraucherorganisationen, im Rahmen von Workshops und E-mail Diskussionen, das IUSR Whitepaper und das "Common Industry Format (CIF) for Reporting Usability Results" erarbeitet wurden. Das letztere wurde im Mai 2001 dem Nationalen Kommittee (NCITS) als Vorschlag eingereicht und nach einer bis September andauernden öffentlichen Review am 12. Dezember 2001 vom "American National Standard Institute" ANSI genehmigt (ANSI/NCITS-354 Common Industry Format). 

Version 2.02 des CIF-Templates ist in englischer Sprache kostenpflichtig erhältlich unter
http://www.techstreet.com/cgi-bin/detail?product_id=918375

Autor: Silvia Zimmermann
Datum: 16.10.2002

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