Usability News >> Usability LifecycleWenn wir mit einem Interessenten über Usability-Tests sprechen, lautet eine unserer ersten Fragen immer "anhand welchem Usability Lifecycle haben Sie Ihr System entwickelt?". Oftmals werden wir dann nur ungläubig angeschaut, denn vielen ist gar nicht bekannt, dass es Usabilty Lifecycles gibt, die mehrere brauchbarkeitsorientierte Lieferergebnisse innerhalb der einzelnen Projektphasen empfehlen.Eingebettet in die bekannten Software-Entwicklungsphasen gehören aus Sicht der Usability zum Beispiel in die Analyse-Phase des Projektes unter anderem folgende Lieferergebnisse:
In der Designphase wird nach dem High-Level Design, in welchem die ersten Grobkonzepte für das Design festgelegt werden, unter anderem aus Sicht der Usability folgende Ergebnisse erwartet:
Diese Lieferergebnisse laufen alle in einem Projekt-Meilenstein der Designphase zusammen, den detaillierten Design-Spezifikationen. Es ist an dieser Stelle erwähnenswert, dass die Designphase im besten Fall iterativ ablaufen sollte. Immer wieder durchgeführte Design-Walkthroughs stellen sicher, dass die Benutzerfreundlichkeit des Systems nicht plötzlich "aus dem Ruder läuft". In der Entwicklungsphase macht es durchaus Sinn, dass einzelne Designer das Projektteam wechseln und gemeinsam mit den Programmierern die Entwicklung des Systems betreuen. Zudem lohnt es sich, auch in der Entwicklungsphase mehrmals heuristische Evaluationen und Usability-Tests durchzuführen. Diese Tests müssen nicht in einer Laborumgebung stattfinden, sondern können vor Ort am Arbeitsplatz des Anwenders mit einfachen Mitteln durchgeführt werden und zum Teil nur einzelne Funktionen umfassen. Die Frage "ob ein Usability Lifecycle nicht zu teuer ist?" ist unseres Erachtens nicht die richtige Frage. Entweder man wendet einen Software-Entwicklungs-Lifecycle an, oder man lässt es bleiben. Wenn man ihn anwendet, macht die Einbettung zusätzlicher, die Brauchbarkeit der Software betreffende Lieferergebnisse durchaus Sinn. Denn gemäss Schätzung von Jakob Nielsen machen die Kosten für Usability-Aktivitäten max.10% des Projektbudgets aus, je nach Projektgrösse sogar noch weniger. Etwas wovon wir aber dringend abraten, ist innerhalb eines Projektes sämtliche für die Usability budgetierten Ausgaben auf ein einziges Lieferergebnis aufzuwenden, nämlich am Ende des Projektes für einen "Usability-Test vor Auslieferung der Software". Wenn man während des Projektes keine Usability bezogenen Aktivitäten durchführt, man also nicht weiss, wer die Anwender sind oder welche Usability-Ziele das neue System verfolgt, dann macht es nur bedingt Sinn, am Ende des Projektes einen Usability-Labortest durchzuführen. Denn erstens sind die Kosten für allfällige Änderungen zu diesem Zeitpunkt am höchsten und zweitens kann die Erkenntnis, dass man das System am Anwender vorbei entwickelt hat, für die einzelnen Projektmitarbeiter sehr frustrierend sein. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Ihren Projekt- Entwicklungszyklus mit Usability relevanten Lieferergebnissen ergänzen möchten. Wir beraten Sie gerne. Datum: 13.01.2003 |